Ehrenbürger Gerhard Schnabel feiert 90. Geburtstag
Am 18. Januar konnte Berglens Ehrenbürger und Bürgermeister a. D. Gerhard Schnabel seinen 90. Geburtstag feiern. Zum Geburtstagsempfang in der Nachbarschaftsschule Oppelsbohm waren zahlreiche Freunde, Familienmitglieder und ehemalige Wegbegleiter gekommen.
Bürgermeister Holger Niederberger eröffnete die Feier mit einem Grußwort und einem filmischen Blick auf den Menschen Gerhard Schnabel. „Er ist ein Mensch, der unsere Gemeinde geprägt hat wie kaum ein anderer, der Entscheidungen getroffen hat, als es darauf ankam, der den einen oder anderen Kampf politisch gekämpft hat, wenn es notwendig war, der aber stets freun dlich, versöhnlich und trotz aller Professionalität immer menschlich und empathisch geblieben ist“, so Niederberger.
Als „feiner Mann“ und „persönliches Vorbild“ wurde Schnabel auch vom ehemaligen Urbacher Bürgermeister und Alt-Landrat Johannes Fuchs und dem ehemaligen Schorndorfer Oberbürgermeister Winfried Kübler in deren Grußworten gewürdigt. Seine Beliebtheit war nicht nur in der Bürgerschaft und im Kollegenkreis in Erinnerung geblieben, sondern vor allem auch bei der Belegschaft, für die der ehemalige Berglener Kämmerer und heutige Finanzchef der Stadt Weinstadt Ralf Weingärtner sprach.
Gerhard Schnabel selbst schaut gewohnt bescheiden, aber auch mit viel Dankbarkeit auf sein Lebenswerk zurück.
Sein Weg in die Kommunalpolitik begann früh: Mit 28 Jahren wurde er Bürgermeister von Oppelsbohm und Vorderweißbuch (1964–1972) – damals noch in einer „Ein-Mann-Verwaltung“. Zuvor war er in den Gemeinden Winterbach, Sersheim und Grunbach als Verwaltungsbeamter tätig. Ab den frühen 70er-Jahren prägte er entscheidend die Gemeindereform in Berglen. Mit Verhandlungsgeschick und Gespür für Ausgleich gelang es ihm, die bis dahin neun eigenständigen Gemeinden zusammenzuführen – auch wenn sich Hößlinswart zunächst zierte. Die neue Gemeinde hieß anfangs noch „Buchenberg“. Nach dem Gemeindezusammenschluss im Jahre 1972 wurde er am 2. Juli 1972 zum ersten Bürgermeister der Gesamtgemeinde Berglen gewählt.
Auch auf Landkreis-Ebene hat der Jubilar sich engagiert: So war er ab 1971 Mitglied des Übergangskreistags, bestehend aus den Altkreisen Waiblingen Backnang. Ab 1973 bis 1994 war er dann Kreisrat des Rems-Murr-Kreises als Mitglied der FDP-FW-Fraktion. Im Haupt- wie im Ehrenamt zeichnete sich sein Handeln vor allem durch seine Weitsicht und die stete Suche nach pragmatischen Lösungen aus.
Landrat Dr. Richard Sigel würdigt die Lebensleistung Schnabels und spricht ihm herzliche Glückwünsche aus: „Sie haben durch Ihr jahrzehntelanges Engagement als Bürgermeister und Kreisrat die Entstehung und Entwicklung der Gemeinde Berglen sowie des Rems-Murr-Kreises entscheidend geprägt. Ihr tatkräftiger Einsatz für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger ist beispielhaft und verdient höchsten Respekt. Zum 90. Geburtstag wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute und Gesundheit.“
Bis 1996 stand Schnabel als Bürgermeister an der Spitze von Berglen – über drei Jahrzehnte lang, immer wieder im Amt bestätigt. Mit 60 Jahren entschied er sich bewusst, nicht erneut zu kandidieren. Niemand sei unersetzlich, betonte er damals, und machte einem jüngeren Nachfolger Platz.
Die wichtigsten Projekte, die während seiner Amtszeit in Berglen in Angriff genommen wurden, waren unter anderem der Neubau der Sternschule in Oppelsbohm, der Bau der Sammelkläranlage, die Einleitung der Sanierung der Ortsmitte Oppelsbohm, der Bau von verschiedenen Kindergärten sowie die Gründung der Partnerschaft mit der damaligen Gemeinde Krögis (heute Käbschütztal).
Auch im Ruhestand blieb er aktiv: Er half beim Aufbau des Heimatmuseums in Oppelsbohm und war Mitbegründer des Heimat- und Museumsvereins, dessen Vorsitz er viele Jahre innehatte.
Im Jahre 1989 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen, bevor er 2013 zum Ehrenbürger der Gemeinde Berglen ernannt wurde.






