Schmiererei an Gedenkstätte rechtzeitig beseitigt
Im Rahmen der offiziellen Gedenkfeier zum Volkstrauertag am 16. November 2025 in Berglen nahm Bürgermeister Holger Niederberger die Gelegenheit wahr, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern und zugleich die Erweiterung des Totengedenkens durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hervorzuheben.
Dabei ging er auch auf den kürzlich erfolgten Farbanschlag auf den Gedenkstein sowie die Infotafel in Hößlinswart: "Dieser feige Farbanschlag war dumm, unnötig und zeugt von Geschichtsvergessenheit. Doch wir als Gemeinde haben uns nicht entmutigen lassen. Das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist ein unerschütterlicher Bestandteil unserer Gemeinschaft, und wir werden es weiterhin mit aller Entschlossenheit bewahren! Heute – am Volkstrauertag – können wir mit Stolz sagen, dass der Ort des Gedenkens und wiederhergestellt werden konnten. Herzlichen Dank an alle, die sich hier engagieren haben."
Unter dem diesjährigen Motto „Erweiterte Erinnerung – Neue Verantwortung“ gedenkt die Gemeinde Berglen nicht nur der Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs, sondern auch der Verfolgten des Nationalsozialismus, die aufgrund ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität verfolgt und ermordet wurden. In seiner Rede ging der Bürgermeister auf die historische Bedeutung des Volkstrauertages ein und erinnerte an die vielen Opfer aus der Region, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren.
Gedenken an alle Opfer
„Der Volkstrauertag ist ein Tag der Erinnerung und der Verantwortung. Wir gedenken der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror, an die Soldaten und Zivilisten, die in den Weltkriegen ihr Leben ließen. Aber auch an die Verfolgten und Ermordeten des nationalsozialistischen Regimes, an die Vertriebene, die in den Schrecken des Krieges ihr Zuhause verloren“, sagte Bürgermeister Niederberger in seiner Ansprache. Besonders betonte er, dass in diesem Jahr erstmals auch die Opfer aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, explizit in das offizielle Gedenken aufgenommen werden.
Erweiterung des Gedenkens – eine Mahnung für die Gegenwart
„Die Erweiterung des Totengedenkens durch den Bundespräsidenten ist ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass unsere Erinnerungskultur nicht stillstehen darf. Es geht darum, auch die Geschichten jener zu würdigen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität diskriminiert und ermordet wurden“, erklärte der Bürgermeister. Diese Erweiterung stelle sicher, dass alle Opfergruppen gleichwertig anerkannt werden. „Gedenken ist nicht nur eine Rückschau, sondern auch eine Verpflichtung, aus der Geschichte zu lernen und die Werte von Frieden und Toleranz in unserer Gesellschaft aktiv zu bewahren“, so Holger Niederberger weiter.
Bedeutung für Berglen
Der Bürgermeister hob hervor, dass auch die kleine Gemeinde Berglen eine wichtige Rolle in diesem Gedenken spielt. „Auch hier in Berglen gab es Opfer des Krieges, auch hier haben Familien um ihre Liebsten getrauert, auch hier gab es Verfolgte, die im Dritten Reich in Not und Angst lebten“, sagte er. Das Gedenken an diese Menschen sei wichtig, um die Erinnerung wachzuhalten und die Gemeinschaft zu stärken.
„Frieden und Versöhnung sind keine Selbstverständlichkeiten“, betonte Bürgermeister Niederberger. „Wir müssen uns heute und in der Zukunft aktiv für ein respektvolles und demokratisches Miteinander einsetzen. Gerade in einer Zeit, in der Extremismus und Intoleranz wieder stärker zunehmen, ist unser gemeinsames Handeln gefragt.“
Abschließende Mahnung: Verantwortung für die Zukunft
Zum Abschluss seiner Rede richtete Bürgermeister Niederberger einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Berglen: „Lassen Sie uns die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Verfolgung nicht nur als Mahnung verstehen, sondern als Antrieb, in unserer eigenen Zeit für die Werte von Frieden, Demokratie und Toleranz einzutreten. Nur so können wir verhindern, dass sich die Schrecken der Geschichte wiederholen.“
Gemeinschaftliches Gedenken
Im Anschluss an die Rede wurde gemeinsam ein Kranz niedergelegt, um der Toten zu gedenken und die Erinnerung an sie in der Gemeinde lebendig zu halten. Mit einem stillen Moment der Einkehr und der Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft endete die feierliche Gedenkveranstaltung.




