Waldkalkung zum Schutz des Ökosystems
Im Gemeindewald Berglen fand in den letzten zwei Wochen eine Bodenschutzkalkung mit dem Hubschrauber statt.
Die Gemeindeverwaltung Berglen und Revierförster Harald Graß bedanken sich für das Verständnis der Waldbesucher und des Waldkindergartens für die damit verbundenen Einschränkungen und bei der Bevölkerung, insbesondere bei den Einwohnern von Hößlinswart und Drexelhof sowie beim KTSV Hößlinswart (Waldsportplatz), für die Unterstützung bei der Waldkalkung sowie ihre Toleranz bei der Lärm- und Staubbelastung. Aufgrund der extremen Hitze, der Trockenheit und der Winde war die Staubentwicklung deutlich höher als sonst üblich.
Die Waldkalkung wurde durchgeführt, um den jahrzehntelangen Säureeintrag in unsere Waldböden abzupuffern. Dabei wurde vom Hubschrauber ein Gemisch aus Dolomitgesteinsmehl (Kalzium und Magnesium), angereichert mit ca. 20% Holzasche und 10% Wasser, ausgebracht. Die Kalkausbringung aus der Luft hat gegenüber der Gebläseausbringung mit dem Unimog den Vorteil, dass der Kalk viel gleichmäßiger auf die Waldflächen verteilt werden kann.
Ziel der Bodenschutzkalkung ist die auf einen Zeitraum von 20-30 Jahre angelegte Regeneration der Waldböden. Wie wichtig ein stabiles Ökosystem Wald ist, sehen wir gerade an den für uns alle spürbaren Auswirkungen des Klimawandels, der unsere Waldökosysteme und ihre Funktionen zusätzlich belastet.
Gekalkt wurde im 480 ha großen Gemeindewald Berglen eine Fläche von ca. 210 ha. Unter Beteiligung der Fachleute des Forstamtes, der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), der Naturschutz- und Wasserschutzbehörde und des Revierförsters vor Ort wurden kalkungsnotwendige und kalkungsgeeignete Waldflächen ausgewählt und Ausschlussflächen, wie z.B. Waldrandbereiche, Wasserläufe, Quellfassungen, Erholungseinrichtungen, Straßen usw. festgelegt.
Mit dem ca. 1 to Kalkgemisch fassenden Streukübel am 20m langen Seil des Hubschraubers wurden 4,4 to/ha ausgebracht. Die Zeit für einen Umlauf mit Anflug, Absetzen des Streukübels, Beladen mit dem Radlader, Abflug und GPS-basiertem Abwurf betrug ca. 90 Sekunden.
Am 19.7.2022 hat der Gemeinderat Berglen die Waldkalkung beschlossen. Das Forstamt des Rems-Murr-Kreis wurde mit der Durchführung der Kalkung (insbesondere die Ausschreibung und Vergabe, die Organisation, die Förderung und die Information der Bevölkerung) beauftragt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 500€/ha, Gesamtkosten ca. 110.000€. Die Maßnahme wird in Höhe von 90% mit Finanzmitteln der EU und des Landes Baden-Württemberg gefördert. Nach Abzug des Förderbetrags von 99.000€ verbleibt ein Eigenanteil der Gemeinde Berglen für die Waldkalkung in Höhe von 11.000€.
Weitergehende Informationen zur Waldkalkung und zum Wald unter:




